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Amaryllis überwintern und wieder zum Blühen bringen

Mit ihren großen, trichterförmigen Blüten gehört die Amaryllis zu den beliebtesten Zimmerpflanzen im Winter. Besonders zur Weihnachtszeit sorgen ihre roten, weißen oder rosafarbenen Blüten für Farbe auf der Fensterbank. Nach der Blüte landet die Pflanze jedoch häufig im Müll, obwohl sie viele Jahre weiterwachsen kann. Amaryllis ist mehrjährig und lässt sich mit der richtigen Pflege immer wieder zum Blühen bringen. Entscheidend ist ihr besonderer Wachstumsrhythmus: Anders als viele andere Pflanzen benötigt sie ihre Ruhephase bereits im Spätsommer und Herbst. Hier erfährst du, wie du deine Amaryllis richtig überwinterst, wann du sie zurückschneiden solltest und was sie braucht, um im nächsten Winter erneut zu blühen.

Amaryllis im Porträt: Ist sie winterhart und mehrjährig?

Die als Amaryllis bekannte Zimmerpflanze ist botanisch meist ein Ritterstern (Hippeastrum). Er gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und stammt ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen Südamerikas. Charakteristisch sind seine großen Zwiebeln, aus denen kräftige Blütenstiele mit mehreren auffälligen Einzelblüten wachsen.

Botanisch unterscheidet sich der Ritterstern von der Echten Amaryllis (Amaryllis belladonna), die aus Südafrika stammt. Beide Pflanzen gehören zwar zur selben Familie, besitzen aber unterschiedliche Wachstumsrhythmen und Pflegeansprüche. Wenn im Handel von Amaryllis als winterblühender Zimmerpflanze die Rede ist, handelt es sich fast immer um Hippeastrum.

Rittersterne sind mehrjährige Zwiebelpflanzen, aber nicht winterhart. Sie benötigen während ihrer Wachstumsphase ausreichend Wärme, Licht, Wasser und Nährstoffe. Eine anschließende Ruhezeit hilft dabei, die nächste Blüte vorzubereiten. Bei guter Pflege kann dieselbe Zwiebel viele Jahre lang regelmäßig blühen.

Die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick

Eigenschaft Amaryllis (Hippeastrum)
Lebensdauer Mehrjährig
Winterhärte Nicht winterhart
Blütezeit Häufig Dezember bis März, je nach Kultur
Wachstumsphase Vor allem Frühjahr und Sommer
Ruhephase Meist Spätsommer bis Herbst
Ideale Ruhetemperatur Etwa 10 bis 15 °C
Dauer der Ruhephase Ungefähr 8 bis 10 Wochen
Lichtbedarf während der Ruhe Bei blattloser Zwiebel nicht erforderlich
Gießen während der Ruhe Bei vollständig ruhender Zwiebel nicht gießen
Erneuter Austrieb Nach der Ruhephase bei Wärme und vorsichtiger Bewässerung
Geeigneter Standort Während des Wachstums hell, während der Ruhe kühl

Amaryllis überwintern: Warum die Ruhephase so wichtig ist

Bei der Amaryllis verläuft der Jahresrhythmus anders als bei vielen anderen Zimmer- und Gartenpflanzen. Während zahlreiche Pflanzen im Winter ruhen und im Frühjahr austreiben, blüht der Ritterstern häufig gerade in der kalten Jahreszeit.

Nach der Blüte entwickelt er lange, schmale Blätter. Diese übernehmen eine wichtige Aufgabe: Sie versorgen die Zwiebel durch Photosynthese mit Energie. Während des Frühjahrs und Sommers baut die Pflanze neue Reservestoffe auf, die sie für die nächste Blütenbildung benötigt.

Damit die Amaryllis im Winter wieder blüht, braucht sie zunächst eine ausreichend lange Wachstumsphase und anschließend eine kühle Ruhezeit. In dieser Ruhephase wird das Wachstum stark reduziert. Bei der klassischen trockenen Überwinterung sterben die Blätter allmählich ab.

Der Jahresrhythmus der Amaryllis

Zeitraum Entwicklungsphase Pflegemaßnahmen
Dezember bis Februar Blütezeit Hell stellen, vorsichtig gießen
Februar bis April Blattentwicklung Verblühte Stiele entfernen, regelmäßig gießen und düngen
Mai bis Juli Kräftiges Wachstum Hell und warm kultivieren, Nährstoffreserven aufbauen lassen
August bis September Vorbereitung auf die Ruhezeit Düngung einstellen, Wassergaben reduzieren
September bis November Ruhephase Kühl lagern, bei eingetrocknetem Laub nicht gießen
November bis Dezember Erneuter Austrieb Wärmer und heller stellen, vorsichtig wieder gießen

Die Monatsangaben sind eine Orientierung für eine Amaryllis, die zur Weihnachtszeit blühen soll. Je nachdem, wann deine Pflanze zuletzt geblüht hat, kann sich der gesamte Rhythmus verschieben.

Amaryllis richtig überwintern: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um deine Amaryllis erfolgreich durch ihre Ruhephase zu bringen, musst du sie bereits nach der vorherigen Blüte richtig pflegen. Denn die Grundlage für neue Blüten wird während der Wachstumsmonate gelegt.

1. Amaryllis nach der Blüte richtig behandeln

Sobald die letzten Blüten verwelkt sind, kannst du sie entfernen. Schneide auch den verblühten Blütenstiel mit einer sauberen Schere möglichst weit unten ab, sobald er nicht mehr benötigt wird. So verhinderst du, dass die Pflanze unnötig Energie in die Samenbildung investiert.

Die grünen Blätter müssen dagegen unbedingt stehen bleiben. Sie produzieren die Reservestoffe, die in der Zwiebel gespeichert werden.

Schneide niemals alle grünen Blätter direkt nach der Blüte ab. Dadurch schwächst du die Zwiebel und verringerst die Wahrscheinlichkeit, dass sie im folgenden Winter erneut blüht.

2. Die Amaryllis im Frühjahr und Sommer kräftigen

Nach der Blüte beginnt die wichtigste Wachstumszeit. Stelle die Amaryllis an einen sehr hellen Platz und versorge sie regelmäßig mit Wasser. Das Substrat sollte zwischen den Wassergaben oberflächlich abtrocknen können.

Beginne mit der Düngung, sobald die Pflanze kräftig wächst. Ein ausgewogener Flüssigdünger für Zimmer- oder Blühpflanzen eignet sich gut. Richte dich bei der Dosierung nach den Herstellerangaben.

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Ab etwa Mitte Mai kann die Amaryllis auch draußen stehen, sofern keine Nachtfröste mehr drohen. Auf Balkon oder Terrasse fühlt sie sich an einem hellen, warmen und vor starkem Regen geschützten Platz wohl.

Gewöhne die Blätter langsam an direkte Sonne. Ein halbschattiger Platz mit etwas Morgen- oder Abendsonne ist zunächst günstiger als die intensive Mittagssonne.

3. Im Spätsommer die Ruhephase einleiten

Ab August oder September beginnt die Vorbereitung auf die Ruhezeit. Stelle zunächst die Düngung ein und reduziere die Wassergaben schrittweise.

Bei der klassischen trockenen Überwinterung lässt du das Substrat schließlich abtrocknen. Die Blätter beginnen nach und nach gelb zu werden und abzusterben.

Warte, bis das Laub tatsächlich verwelkt ist. Erst dann schneidest du es wenige Zentimeter oberhalb der Zwiebel ab.

Die Ruhephase sollte ungefähr 8 bis 10 Wochen dauern. Eine zu kurze Ruhezeit kann dazu führen, dass die Pflanze später nur Blätter bildet oder gar nicht austreibt.

4. Die Amaryllis kühl lagern

Für die trockene Ruhephase ist ein kühler Raum mit Temperaturen von ungefähr 10 bis 15 °C geeignet. Ein frostfreier Keller, eine kühle Abstellkammer oder eine geeignete Garage kommen infrage.

Wenn die Amaryllis ihre Blätter vollständig eingezogen hat, benötigt die ruhende Zwiebel kein Licht. Du kannst sie deshalb auch dunkel lagern.

Wichtig ist, dass die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt fallen. Frost kann die fleischige Zwiebel dauerhaft schädigen.

Während der trockenen Ruhephase wird die Zwiebel nicht gegossen oder gedüngt. Kontrolliere gelegentlich, ob sie fest bleibt und keine fauligen Stellen entwickelt.

5. Die Amaryllis nach der Ruhephase wieder antreiben

Nach ungefähr 8 bis 10 Wochen kannst du die Amaryllis zurück ins Warme holen. Stelle sie an einen hellen Platz mit Temperaturen von etwa 18 bis 22 °C.

Falls die Pflanze noch im bisherigen Topf steht, kannst du zunächst die oberste Erdschicht erneuern. Bei stark durchwurzeltem oder verbrauchtem Substrat ist ein vorsichtiges Umtopfen sinnvoll.

Beginne anschließend mit sehr kleinen Wassergaben. Erst wenn sich neues Wachstum zeigt, erhöhst du die Wassermenge schrittweise.

Nach dem erneuten Antreiben dauert es häufig etwa 6 bis 8 Wochen bis zur Blüte. Je nach Sorte, Zwiebelgröße und Bedingungen kann dieser Zeitraum aber auch länger ausfallen.

Amaryllis im Topf oder ohne Erde überwintern?

Für die Ruhephase gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du kannst die Zwiebel im bisherigen Topf lassen oder sie ausgraben und ohne Erde lagern. Beide Methoden funktionieren, sofern du auf die richtigen Bedingungen achtest.

Amaryllis im Topf überwintern

Die Überwinterung im Topf ist besonders unkompliziert, weil du die Zwiebel nicht ausgraben musst.

  1. Stelle im Spätsommer die Düngung ein und reduziere die Wassergaben.
  2. Lasse die Erde allmählich austrocknen.
  3. Entferne vollständig vergilbte und abgestorbene Blätter.
  4. Stelle den Topf für ungefähr 8 bis 10 Wochen an einen kühlen, frostfreien Ort.
  5. Gieße die vollständig ruhende Zwiebel während dieser Zeit nicht.
  6. Bringe den Topf anschließend zurück an einen hellen, warmen Platz und beginne vorsichtig mit dem Gießen.

Achte darauf, dass sich während der Lagerung kein Wasser im Übertopf sammelt. Auch die Zwiebel selbst sollte trocken bleiben.

Amaryllis-Zwiebel ohne Erde lagern

Du kannst die ruhende Zwiebel auch aus dem Topf nehmen. Entferne vorsichtig die lose Erde und lasse die Zwiebel zunächst oberflächlich abtrocknen.

Anschließend lagerst du sie in einer luftigen Kiste oder locker in Papier eingewickelt an einem kühlen, trockenen und frostfreien Platz. Die Zwiebel sollte regelmäßig kontrolliert werden, damit du Fäulnis oder übermäßige Austrocknung frühzeitig bemerkst.

Nach der Ruhezeit kannst du sie in frische, durchlässige Blumenerde setzen.

Diese Methode spart Platz, ist aber mit etwas mehr Aufwand verbunden. Für gesunde Pflanzen ist die Überwinterung im bisherigen Topf normalerweise völlig ausreichend.

Amaryllis wieder zum Blühen bringen: So klappt es

Eine Amaryllis, die nach der Winterblüte nur noch Blätter entwickelt, ist nicht ungewöhnlich. Mit der richtigen Pflege kann sie jedoch erneut Blütenstiele bilden. Entscheidend sind die Reservestoffe in der Zwiebel und eine geeignete Steuerung des Wachstumsrhythmus.

Ausreichend Licht während der Wachstumsphase

Die Blätter müssen im Frühjahr und Sommer genügend Licht erhalten. Nur so kann die Pflanze ausreichend Energie produzieren und in der Zwiebel speichern.

Ein dauerhaft dunkler Standort schwächt die Pflanze und kann verhindern, dass sie neue Blütenanlagen entwickelt.

Regelmäßig düngen und gießen

Während des aktiven Wachstums benötigt die Amaryllis Wasser und Nährstoffe. Halte das Substrat mäßig feucht und lasse die obere Erdschicht zwischen den Wassergaben etwas antrocknen.

Dünge regelmäßig und maßvoll. Die Pflanze sollte kräftige, gesunde Blätter entwickeln, ohne dass die Wurzeln durch Staunässe geschädigt werden.

Die Ruhephase nicht auslassen

Bei der üblichen Kultur für eine Winterblüte ist eine kühle Ruhephase besonders hilfreich. Sie ermöglicht es, den erneuten Austrieb gezielt anzuregen.

Manche Rittersterne wachsen auch ohne vollständig blattlose Ruhezeit weiter und können unter guten Bedingungen erneut blühen. Wenn du die Blüte jedoch möglichst zuverlässig auf den Winter legen möchtest, ist eine kontrollierte Ruhephase sinnvoll.

Den richtigen Zeitpunkt zum Antreiben wählen

Wenn du deine Amaryllis zu Weihnachten zum Blühen bringen möchtest, solltest du sie normalerweise im Oktober oder spätestens Anfang November aus ihrer Ruhephase holen.

Rechne vom gewünschten Blühtermin ungefähr 6 bis 8 Wochen zurück. Diese Zeit benötigt die Pflanze häufig, um einen neuen Blütenstiel zu entwickeln und ihre Blüten zu öffnen.

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Da der Zeitpunkt nicht exakt vorhersehbar ist, kann die Blüte auch erst im Januar erscheinen. Das ist kein Zeichen für einen Pflegefehler.

Amaryllis richtig einpflanzen und erneut antreiben

Wenn du die Zwiebel nach ihrer Ruhephase neu einpflanzen möchtest, ist die richtige Pflanztiefe wichtig. Anders als viele andere Blumenzwiebeln wird sie nicht vollständig mit Erde bedeckt.

Den richtigen Topf auswählen

Amaryllis bevorzugt einen eher engen Topf. Zwischen Zwiebel und Topfrand sollten rund zwei bis drei Zentimeter Platz bleiben.

Verwende ein standfestes Pflanzgefäß mit Abzugslöchern. Da große Blütenstiele ein erhebliches Gewicht entwickeln können, ist ein schwerer Topf besonders bei großen Sorten sinnvoll.

Die Zwiebel richtig einsetzen

Setze die Zwiebel so in lockere, gut durchlässige Erde, dass das obere Drittel bis die obere Hälfte aus dem Substrat herausragt.

Drücke die Erde vorsichtig an und gieße zunächst nur wenig. Vermeide es, Wasser direkt in den Zwiebelhals zu geben, da sich dort Feuchtigkeit sammeln und Fäulnis entstehen kann.

Stelle den Topf anschließend an einen hellen, warmen Standort. Sobald der Blütenstiel sichtbar wächst, kannst du die Wassergaben langsam erhöhen.

Amaryllis im Winter richtig pflegen

Wenn die Pflanze im Winter wieder austreibt, benötigt sie andere Bedingungen als während ihrer Ruhephase. Nun sind Licht und Wärme wichtig, damit sich die Blütenstiele kräftig entwickeln.

Der richtige Standort während der Blüte

Während des Austriebs sind Temperaturen von ungefähr 18 bis 22 °C günstig. Stelle die Amaryllis möglichst hell auf, ohne sie unmittelbar über einer stark beheizten Heizung zu platzieren.

Während der Blüte darf sie etwas kühler stehen. Bei etwa 15 bis 18 °C halten die einzelnen Blüten häufig länger als in einem sehr warmen Wohnzimmer.

Wie oft muss man die Amaryllis gießen?

Zu Beginn des Austriebs braucht die Pflanze nur wenig Wasser. Erst wenn sich der Blütenstiel und später die Blätter entwickeln, steigt der Wasserbedarf.

Gieße möglichst über die Erde und nicht direkt auf die Zwiebel. Entferne überschüssiges Wasser aus Untersetzern und Übertöpfen.

Staunässe gehört zu den häufigsten Ursachen für Fäulnis an Amaryllis-Zwiebeln. Die Erde sollte während des Wachstums mäßig feucht bleiben, aber nie dauerhaft nass sein.

Muss man die Amaryllis während der Blüte düngen?

Während der reinen Blütenentwicklung nutzt die Amaryllis zunächst hauptsächlich die Reservestoffe ihrer Zwiebel. Eine starke Düngung ist deshalb nicht notwendig.

Sobald sich die Blätter entwickeln und die Pflanze aktiv wächst, kannst du mit einer maßvollen Nährstoffversorgung beginnen.

Kann man Amaryllis draußen überwintern?

Der handelsübliche Ritterstern ist nicht winterhart. Deshalb sollte er in Deutschland nicht dauerhaft draußen überwintern.

Bereits leichter Frost kann Blätter, Wurzeln und die Zwiebel schädigen. Ein Winterschutz aus Vlies oder Jute bietet bei längerem Frost keinen zuverlässigen Schutz.

Die Amaryllis gehört während der kalten Jahreszeit ins Haus oder an einen anderen frostfreien Standort. Während ihrer Ruhephase kann das ein kühler Keller sein, während des Austriebs benötigt sie wieder Wärme und Licht.

Amaryllis im Sommer auf Balkon und Terrasse

Nach den letzten Nachtfrösten darf die Amaryllis im Topf nach draußen. Meist ist das ab Mitte Mai möglich.

Wähle zunächst einen hellen, halbschattigen Platz und gewöhne die Pflanze langsam an direktes Sonnenlicht.

Im Sommer kannst du den Ritterstern regelmäßig gießen und düngen. Schütze ihn vor anhaltender Staunässe und hole ihn rechtzeitig vor kühlen Herbstnächten wieder ins Haus.

Kann die Echte Amaryllis im Garten überwintern?

Die Echte Amaryllis (Amaryllis belladonna) unterscheidet sich vom Ritterstern. Sie stammt aus Südafrika, blüht meist im Spätsommer oder Herbst und bildet ihre Blätter zu einer anderen Jahreszeit.

In sehr milden Regionen kann die Belladonnalilie an einem geschützten, gut drainierten Standort im Freien kultiviert werden. Sie ist etwas frostverträglicher als der gewöhnliche Ritterstern, aber ebenfalls nicht überall zuverlässig winterhart.

Die Überwinterungsanleitung für Hippeastrum lässt sich deshalb nicht unverändert auf Amaryllis belladonna übertragen.

Gewachste Amaryllis überwintern: Ist das möglich?

Besonders zur Weihnachtszeit werden Amaryllis-Zwiebeln angeboten, die vollständig mit Wachs umhüllt sind. Diese benötigen während der Blüte weder einen Topf noch zusätzliche Erde oder regelmäßige Wassergaben.

Die Zwiebel verbraucht dabei ihre gespeicherten Wasser- und Nährstoffreserven. Nach der Blüte sind diese Reserven häufig stark reduziert.

Eine gewachste Amaryllis erneut zum Blühen zu bringen, ist möglich, aber deutlich schwieriger als bei einer eingetopften Pflanze. Entscheidend ist, ob der Zwiebelboden und vorhandene Wurzeln noch gesund sind.

So kannst du eine gewachste Amaryllis retten

  1. Entferne nach der Blüte vorsichtig die Wachsschicht.
  2. Kontrolliere die Zwiebel auf weiche oder faulige Stellen.
  3. Entferne gegebenenfalls den künstlichen Standfuß oder Halterungen, ohne die Zwiebel unnötig zu verletzen.
  4. Setze eine gesunde Zwiebel in lockere, durchlässige Blumenerde.
  5. Stelle sie an einen hellen, warmen Platz.
  6. Beginne vorsichtig mit dem Gießen und erhöhe die Wassermenge erst bei sichtbarem Wachstum.
  7. Versorge die Pflanze während der folgenden Wachstumsmonate mit ausreichend Licht und Nährstoffen.

Ob die Zwiebel wieder austreibt, hängt vor allem von ihrem Zustand ab. Wurde der Wurzelboden bei der Herstellung stark beschädigt, kann die Rettung scheitern.

Warum blüht meine Amaryllis nicht mehr?

Wenn eine Amaryllis nur Blätter entwickelt, aber keine neuen Blüten, sind häufig ungünstige Bedingungen während der vorherigen Wachstumsphase verantwortlich. Eine große, gesunde Zwiebel benötigt ausreichend gespeicherte Reservestoffe, um einen kräftigen Blütenstiel auszubilden.

Häufige Probleme und ihre Ursachen

Problem Mögliche Ursache Was hilft?
Amaryllis bildet nur Blätter Zu wenig Reservestoffe, fehlende oder ungünstige Ruhephase Während der nächsten Wachstumsphase gut pflegen
Kein neuer Austrieb Ruhephase noch nicht beendet, Zwiebel geschwächt Wärmer und heller stellen, vorsichtig gießen
Blätter werden gelb Beginnende Ruhephase oder Pflegefehler Jahreszeit und Bodenfeuchtigkeit prüfen
Zwiebel wird weich Fäulnis durch Staunässe Zwiebel kontrollieren, nasse Erde entfernen
Blütenstiel wächst sehr lang und dünn Zu wenig Licht Heller aufstellen
Blüten verwelken schnell Zu hohe Raumtemperatur Während der Blüte kühler stellen
Zwiebel schrumpft stark Verlust gespeicherter Reserven oder Austrocknung Wachstumsbedingungen und Zwiebelgesundheit prüfen
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Amaryllis bildet nur Blätter statt Blüten

Wenn deine Amaryllis nach der Ruhephase ausschließlich Blätter bildet, kann das an einer zu kurzen Wachstumsphase im Vorjahr liegen. Auch Lichtmangel oder eine unzureichende Nährstoffversorgung können verhindern, dass genügend Reservestoffe aufgebaut werden.

Schneide die Blätter nicht ab, sondern lasse die Pflanze weiterwachsen. Stelle sie sehr hell, gieße bedarfsgerecht und dünge während der Wachstumsphase regelmäßig.

Im folgenden Herbst kannst du erneut eine Ruhephase einleiten. Bei guter Pflege ist eine spätere Blüte durchaus möglich.

Amaryllis treibt nach der Ruhephase nicht aus

Manchmal dauert es länger als erwartet, bis sich ein neuer Blütenstiel zeigt. Das muss nicht bedeuten, dass die Zwiebel abgestorben ist.

Kontrolliere zunächst, ob sie sich fest anfühlt und keine fauligen Stellen besitzt. Bringe sie anschließend an einen hellen, warmen Ort und halte das Substrat nur leicht feucht.

Vermeide es, den Topf stark zu gießen, solange keine Wurzeln beziehungsweise kein neues Wachstum aktiv sind. Geduld ist hier meist hilfreicher als zusätzliche Wassergaben.

Amaryllis-Zwiebel wird weich oder schimmelt

Eine gesunde Amaryllis-Zwiebel fühlt sich überwiegend fest an. Leichte Veränderungen an den äußeren, trockenen Zwiebelschuppen sind normal. Weiche, matschige Stellen oder ein unangenehmer Geruch deuten dagegen auf Fäulnis hin.

Entferne die Zwiebel vorsichtig aus dem Topf und kontrolliere den betroffenen Bereich. Sind nur einzelne äußere Schuppen geschädigt, kannst du diese gegebenenfalls entfernen und die Zwiebel in frisches, trockenes Substrat setzen.

Bei tiefreichender Fäulnis, besonders im Bereich des Zwiebelbodens, bestehen meist nur geringe Rettungschancen.

Amaryllis vermehren und mehrere Jahre behalten

Mit zunehmendem Alter können kräftige Amaryllis-Zwiebeln kleine Tochterzwiebeln bilden. Diese wachsen seitlich an der Mutterzwiebel und lassen sich später zur Vermehrung nutzen.

Der beste Zeitpunkt zum Trennen ist das Umtopfen. Löse nur Tochterzwiebeln ab, die bereits ausreichend groß sind und möglichst eigene Wurzeln besitzen.

Setze die kleinen Zwiebeln einzeln in Töpfe mit durchlässiger Erde und kultiviere sie hell und warm. Junge Pflanzen sollten zunächst möglichst ungestört wachsen und regelmäßig mit Wasser sowie Nährstoffen versorgt werden.

Bis zur ersten Blüte können mehrere Jahre vergehen. Dafür erhältst du neue Pflanzen, die bei vegetativer Vermehrung dieselben Sorteneigenschaften wie die Mutterpflanze besitzen.

Die häufigsten Fehler beim Überwintern von Amaryllis

Viele Amaryllis blühen nur einmal, weil ihr besonderer Wachstumsrhythmus nicht berücksichtigt wird. Dabei lassen sich die meisten Pflegefehler leicht vermeiden.

  • Grüne Blätter zu früh abschneiden: Dadurch fehlen der Zwiebel wichtige Reservestoffe für die nächste Blüte.
  • Zu wenig Licht im Sommer: Die Pflanze kann nicht ausreichend Energie speichern.
  • Während des Wachstums nicht düngen: Eine unzureichende Nährstoffversorgung kann die Zwiebel schwächen.
  • Die Ruhephase zu früh einleiten: Die Zwiebel hatte möglicherweise noch nicht genügend Zeit, Reserven aufzubauen.
  • Während der trockenen Ruhephase gießen: Feuchtigkeit kann Fäulnis verursachen.
  • Die Zwiebel zu tief pflanzen: Das erhöht das Risiko, dass der Zwiebelhals dauerhaft feucht bleibt.
  • Zu früh stark gießen: Vor dem Austrieb benötigt die ruhende Zwiebel nur sehr wenig Wasser.
  • Die Pflanze Frost aussetzen: Rittersterne sind nicht winterhart und müssen frostfrei stehen.

Wichtig ist außerdem, dass alle Teile der Amaryllis giftig sind. Besonders die Zwiebel enthält giftige Inhaltsstoffe. Halte die Pflanze deshalb von kleinen Kindern und Haustieren fern und wasche dir nach dem Umgang mit beschädigten Zwiebeln gründlich die Hände.

Lohnt es sich, eine Amaryllis zu überwintern?

Eine gesunde Amaryllis kann über viele Jahre immer wieder blühen. Deshalb lohnt es sich, die Zwiebel nach der ersten Blüte weiterzupflegen, statt sie zu entsorgen.

Der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Pflanzen besteht darin, dass die Amaryllis ihre eigentliche Ruhephase häufig im Herbst einlegt. Während dieser Zeit benötigt sie nur wenig Pflege. Deutlich wichtiger sind ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe während der vorherigen Wachstumsmonate.

Wenn du die Blätter nach der Blüte stehen lässt, die Zwiebel im Sommer kräftigst und ihr anschließend eine geeignete Ruhephase gönnst, stehen die Chancen auf eine erneute Blüte gut. Mit etwas Geduld entwickelt sich aus der vermeintlich einmaligen Weihnachtsblume eine langlebige Zimmerpflanze.

Häufig gestellte Fragen zum Überwintern der Amaryllis

Wie überwintert man eine Amaryllis richtig?
Nach einer kräftigen Wachstumsphase reduzierst du im Spätsommer die Wassergaben und stellst die Düngung ein. Sobald die Blätter eingezogen sind, lagerst du die Zwiebel etwa 8 bis 10 Wochen kühl und trocken bei ungefähr 10 bis 15 °C.
Wie bringt man eine Amaryllis wieder zum Blühen?
Lasse die Blätter nach der ersten Blüte stehen und versorge die Pflanze im Frühjahr und Sommer mit Licht, Wasser und Dünger. Nach einer kühlen Ruhephase bringst du sie wieder ins Warme und beginnst vorsichtig mit dem Gießen.
Wann muss man die Amaryllis zurückschneiden?
Verblühte Blütenstiele kannst du nach der Blüte entfernen. Die grünen Blätter bleiben stehen, bis sie während der Ruhephase von selbst vergilben und absterben. Erst dann werden sie abgeschnitten.
Wie lange muss eine Amaryllis ruhen?
Für die klassische Überwinterung ist eine Ruhephase von ungefähr 8 bis 10 Wochen sinnvoll. Die Zwiebel sollte dabei kühl, frostfrei und bei eingetrocknetem Laub trocken gelagert werden.
Warum blüht meine Amaryllis nur einmal?
Häufig hat die Zwiebel während der vorherigen Wachstumsphase nicht genügend Energie gespeichert. Ursachen sind beispielsweise Lichtmangel, frühzeitig entfernte Blätter oder eine unzureichende Nährstoffversorgung. Auch eine ungünstige Ruhephase kann die Blüte beeinträchtigen.
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  • Beitrags-Kategorie:Gartenwinter
  • Beitrag zuletzt geändert am:28. Oktober 2026